Nicht auf einer Wellenlänge
Dienstag, 7. Februar 2012
von
Ich finde das Kursangebot der Balinger Volkshochschule ganz hervorragend. Hätte aber dennoch einen ergänzenden Vorschlag. Warum nicht einen Einführungskurs „WLAN-Router“ anbieten. Als ich kürzlich damit begann, mich zwecks Erwerbs eines solchen Geräts intensiver mit der Materie des kabellosen Internet-Zugangs zu beschäftigen, ahnte ich noch nicht, was ich darüber alles nicht weiß. Und ehrlich gesagt: Je mehr ich darüber lese, je mehr Testberichte oder Kaufempfehlungen mir ins Auge stechen, desto ratloser werde ich. Es ist nicht allein, die Masse an Angeboten, die mir das Leben schwer machen. Es ist auch das notwendige Equipment, das mir nach wie vor Rätsel aufgibt. Gerade, als ich dachte, die Netzwerkkarte meines nicht mehr ganz so neuen PCs reiche als Empfänger für die gesendeten Signale des Routers aus, lässt mich ein kompetenter Fachhändler wissen, „dass Sie in dieser Konstellation aber noch einen WLAN-Stick als Empfangsgerät benötigen“. Immerhin bin ich nun schon soweit durchgestiegen, dass man im besten Fall einen „Dual-Band-Router“ haben sollte, wenn man nicht möchte, dass einem plötzlich die eigene Mikrowelle oder das Babyfon des Nachbarn grandios dazwischenfunkt. Schöne neue Computerwelt.
Mit Smartphone zum Essen
Samstag, 4. Februar 2012
von
Vor kurzem war ich in Stuttgart zusammen mit ein paar Freunden zum Essen verabredet. Eigentlich nichts Spektakuläres. Doch irgendwie habe ich im Eifer des Gefechts den Straßennamen des Restaurants falsch verstanden, denn nachdem ich das Taxi verlassen habe und mich umsah, konnte ich in der relativ dunklen Straße weit und breit kein Restaurant sehen. Nach einem kurzen Anruf bei meinen Bekannten war klar, dass ich einen Buchstaben verdreht habe und nun noch gute vier Blocks zu laufen habe. Klar hätte ich noch mal ein Taxi nehmen können, doch nachdem die erste Fahrt bereits zwölf Euro gekostet hatte, kam dann doch der Sparfuchs in mir hoch. Also entschloss ich mich, zu Fuß zu gehen. Irgendwie hat mich vor lauter Hektik dann auch noch mein Orientierungssinn verlassen. Doch Gott sei Dank bin auch ich mittlerweile Besitzer eines Smartphones. Auf dieses habe ich mir die exakte Adresse schicken lassen und schwups hatte ich eine Wegbeschreibung samt Kompass auf dem Display. Toll, was diese Geräte so alles leisten können dachte ich mir. Doch irgendwie bin ich mir doch etwas komisch vorgekommen, als mich mein Smartphone durch Stuttgarts Straßen navigierte. Ich sah das ganze mit Humor und weiß nun, dass ich mich jederzeit auf dieses Gerät verlassen kann. Denn Dank dem Smartphone kam ich nur etwa 20 Minuten zu spät zum verabredeten Essen.
Tim Mahler am 07.02.2012 09:00:27Eeeeentschuldigung ...
dass ich Herrn Horst die Freude an seinem neuen Spielzeug getrübt habe.
Beleidigende war der Beitrag nicht, sonder vielmehr Ausdruck einer Studie (!).
Was zwischenzeitlich im ZAK alles der Zensur unterworfen wird . . .
Nordkoreanische Grüße, Tim
Dämonen der Finsternis
Freitag, 3. Februar 2012
von
Für uns Albstädter sind ganz neue Zeiten angebrochen. Seit voriger Nacht wird's von Eins bis halb Fünf zapfenduster. In jenen Straßen, die nicht gerade vor dem Tailfinger Rathaus oder direkt an den Hauptverkehrsadern liegen. Stadtverwaltung und Gemeinderat wollen es so. Sie haben den meisten Bürgern das Licht vor der Haustür ausgeknipst. Um Geld zu sparen. 46 000 Euro pro Jahr. Sagenhaft !
Ich habe mich in der Premierennacht aus dem warmen Bett gequält, um vom Balkon aus das Flair stockdunkler Straßenzüge auf mich wirken zu lassen und jene bedrückende Finsternis, die ältere Leute unweigerlich an Kriegszeiten erinnert.
Das lässt wahrlich schöne Aussichten erwarten. Für alle, die nachts oder in aller Herrgottsfrüh raus müssen, ob sie es wollen oder nicht: die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW und DRK, die Frühschicht in Firmen, Verkehrsbetrieben und Krankenhäusern, die Dienstleister in den Backstuben, die Gemüsehändler, die Zeitungsausträger...
Es macht wirklich keinen Spaß, mit mulmigem Gefühl im Bauch aus dem Haus zu huschen und im Licht einer Taschenlampe den Weg zur Garage auszuleuchten. Mitten in einem tiefkalten Winter, der über Nacht Straßen und Zufahrten in schöner Regelmäßigkeit mit tückischer Glätte überzieht.
Sobald die Alb vom Eise befreit ist, werde ich auf Tour gehen. Nachts, wenn es dunkel ist. Um zu schauen, ob's auch in den Straßen unserer Stadtoberen und Stadträte stockfinster wird, während sie im Schlafe der Gerechten schlummern. Guten Gewissens. Wem hingegen Albstadts Geisterstunden Unbehagen bereiten, dem sei gesagt: Pfefferspray und Elektroschocker sind legale Mittel, um sich vor den Dämonen der Finsternis zu schützen.
Auto-Wahnsinn um 7.30 Uhr
Donnerstag, 2. Februar 2012
von
„Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung“ ist der poetische Titel eines Romans von Eric Malpass. Eine halbe Stunde später sieht die Welt dann aber schon ganz anders aus. Balingen, Gymnasiumsstraße, unmittelbar am Beginn des Schulzentrums Längenfeld. Inmitten des allmorgendlichen Wahnsinns steht ein kleiner Schüler einsam auf dem Gehweg und versucht verzweifelt, die Straße zu überqueren. Glücklicherweise wagt er keinen „Vorstoß“ in die Straße hinein, denn weit käme er nicht. Aus beiden Richtungen strömt die Blechlawine. Schüler für Schüler wird herangekarrt. Für die, die sich vor Ort auskennen, sei erwähnt, dass es mehr als genug Parkplätze direkt am dortigen großräumigen Buswartehäuschen gibt. Allein, sie werden nicht genutzt. Stoßstange an Stoßstange wird stattdessen die benachbarte Wendeplatte verstopft. Zeit ist Geld, die Kinder sind spät dran, die Arbeit ruft. Also: Heranbrausen, Tür auf, Kind raus, am besten direkt auf die viel befahrene Straße, Tür wieder zu, wegbrausen. Derweil steht der kleine Junge noch immer an der selben Stelle. Als ich sein Problem bemerke, will ich schon anhalten, ihm ein Zeichen geben, dass er nun die Straße queren kann. Im letzten Moment besinne ich mich eines Besseren, denn der Auto-Lindwurm in Gegenrichtung kommt schon wieder bedrohlich nahe. Ich hoffe, er hat es dann doch noch schadlos auf die andere Straßenseite geschafft. Sollte er etwas zu spät zum Unterricht gekommen sein, dann, liebe Lehrer, sehen Sie es ihm nach. Sein Warten am Straßenrand war vorbildlich.
Schnee-Raser
Mittwoch, 1. Februar 2012
von
Manchmal glaube ich, manch ein Auto- oder Lkw-Fahrer hat Kufen anstatt Räder an seinem Gefährt montiert. Wie sonst könnten sie auf schneeglatter Fahrbahn in einem Affentempo die Straße entlang brettern. In jedem Winter die gleichen Verkehrsnachrichten: „... wegen querstehender Lkws gesperrt...“ Kein Wunder. Ein Beispiel: Bei schneebedeckter Fahrbahn fuhr ich nachts auf der rechten Spur von Bisingen kommend die vierspurige B 27 hinab in Richtung Balingen. Der Gefahr bewusst, drosselte ich meine Geschwindigkeit auf Tempo 50. Mit deutlich mehr auf dem Tacho brauste plötzlich ein Laster rechts an mir vorbei. Müsste er jetzt auf etwas reagieren, hätte er wohl keine Chance, heil aus der Sache herauszukommen. So wurde die winterliche Lieferfahrt zum russischen Roulette. Ähnliches widerfuhr mir kürzlich auf dem Feldberg-Pass: Schneeglätte behinderte den Verkehr. Eine Kolonne langsamer Autos schlängelte sich den Pass hinauf – ich inklusive. Einem Audifahrer ging es wohl nicht schnell genug. Wohl mit Vierradantrieb scherte er aus, um die Kolonne auf der unübersichtlichen Straße zu überholen – ein Himmelfahrtskommando. Denn bei plötzlich auftauchendem Gegenverkehr hätte auch die modernste Technik versagt. Ich bin froh, dass ich über solche Unfälle bislang nur im Verkehrsfunk gehört habe. Denn oftmals sind es Unschuldige, die Opfer solcher rücksichtsloser Raser werden.
Tim Mahler am 01.02.2012 10:14:02Endlich Winter ...
... denkt sich der ein oder andere.
"Wer im Sommer an den Winter denkt, mit Sicherheit ´nen Quattro lenkt."
Nun sicherer sind die nicht wirklich ! Aufgepasst Ihr Mini-Röhrls !
