Überschlag und zwei Salti

Turnen: Beim 24. Stauseepokal zeigen Flugkünstler am Reck ihr Können

Schömberg, 22.09.2011 von Reinhard Linder

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Erneut ist es Dieter Baier von der TG Schömberg gelungen, Spitzenturnerinnen und -turner für den Stauseepokal zu gewinnen. Das Turnier erlebt am Sonntag in Dotternhausen seine 24. Auflage.

Im Mittelpunkt stehen die Kür-Mehrkämpfe der Frauen und Männer am Nachmittag um 14 Uhr. Bei den Männern ist der TV Wetzgau der Top-Favorit. Die Riege aus Schwäbisch Gmünd ist im vergangenen Jahr unglücklich aus der ersten Bundesliga abgestiegen und möchte postwendend ins Oberhaus zurückkehren. Am 1. Oktober bestreitet sie gegen den TV Buttenwiesen ihren ersten Saisonwettkampf und nutzt den Stauseepokal – nicht zum ersten Mal – als Standortbestimmung.

Noch ist nicht sicher, in welcher Besetzung die Wetzgauer antreten. Nicht dabei ist auf jeden Fall Helge Liebrich, der von Bundestrainer Andreas Hirsch zu einem Ländervergleichswettkampf ins slowenische Maribor geschickt wurde. Insofern steht zu vermuten, dass Coach Paul Schneider seinen Talenten aus dem eigenen Leistungszentrum die Chance geben will, Wettkampfhärte zu erlangen. Angeführt wird die Riege von Daniel Popescu, der mit der rumänischen Nationalmannschaft bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen Medaillen sammelte und seit zwei Jahren in Wetzgau den Nachwuchs betreut. Möglicherweise bringt er seine Landsleute Adrian Bucur und Marian Dragulescu mit in die Dotternhausener Turnhalle, die dem TV Wetzgau beim Wiederaufstieg behilflich sein sollen. Dragulescu hat zehn Jahre lang das Bodenturnen geprägt wie kein anderer Athlet vor ihm und den Sprung revolutioniert. Der Dragulescu, ein Überschlag mit zwei Salti und halber Schraube, besitzt den höchsten Ausgangswert von 7,0 Punkten. Keiner beherrscht ihn so perfekt wie der 30-Jährige, der bei den Olympischen Spielen in London Gold holen möchte.

Herausforderer der Wetzgauer sind in diesem Jahr die Regionalliga-Teams des MTV Ludwigsburg, des TV Schiltach und der KTV Heilbronn. Letztere scheiterten zuletzt verletzungsbedingt in der Relegation am Aufstieg in die zweite Liga. Auch ihre Saison beginnt eine Woche später, der Stauseepokal soll den Trainern einen letzten Anhaltspunkt für die Mannschaftsaufstellung liefern. Abzuwarten gilt es, welche Turner aus diesen Vereinen einen kompletten Sechskampf bestreiten. Im Vorjahr gewann etwas überraschend Ricardo Woltering vom KTS Mettingen die Einzelwertung, der seinen Titel gerne verteidigen möchte und als Unterstützung seinen Vereinskameraden Martin Hemmer nach Dotternhausen mitbringt. Zwei Flugkünstler werden sich am Königsgerät Reck für das Winners Final qualifizieren. Dieses wird gemeinsam mit dem Winners Final bei den Frauen am Boden das Turnier abschließen. Zuvor geben die „Kalinkas“, die bei der DM erfolgreiche Tanz- und Gymnastikgruppe des TV Truchtelfingen, eine Kostprobe ihres grazilen Könnens. Bei den Frauen und der weiblichen Jugend stellt der Regionalligist TSV Berkheim gleich zwei Riegen, der Ligakonkurrent TB Neckarhausen schickt eine Mannschaft ins Rennen. Mit einer kompletten Mannschaft ist das Kunstturnzentrum des TSV Süssen vertreten, Einzelstarterinnen kommen aus Tübingen und Ludwigsburg.

Eröffnet wird der Stauseepokal am Sonntag um 8.30 Uhr von den einheimischen Turnerinnen und Turnern aus Ebingen, Meßstetten, Balingen, Geislingen, Dotternhausen und Schömberg sowie von den leistungsstarken Knirpsen in den AK-Stufen aus Ostfildern, Altbach und Böckingen

 

Stauseepokal-Turnen folgt einem dicht gedrängten Programm

Die Kürwettkämpfe werden in zwölf getrennten Wettbewerben in der Dotternhausener Sporthalle ausgetragen. Wichtigster Termin ist um 14 Uhr, wenn die vier Pokalwettbewerbe der Damen, Juniorinnen, Herren, Jugend- und Schülerklassen beginnen. Ab 8.30 Uhr starten die Rahmenwettbewerbe.

Im Vierkampf treten hier die Damen und Juniorinnen (Jahrgang 1993 und älter) und die Jugendturnerinnen A und B (Jahrgang 94/95 und 96/97) auf die Matten. Im Kürsechskampf streiten sich die aktiven Männer (1991 und älter) und die Jugend und Schüler der Jahrgänge 1993 und jünger um die besten Noten.

Vor jedem Wettbewerb schaltet sich ein Einturnen vor. Jeder Verein, unabhängig von Alters- und Leistungsklasse, turnt sich gemeinsam ein. Der Riegenführer verteilt anschließend die Startnummern an alle Teilnehmer. Die Kürwettkämpfe am Nachmittag werden mit 40 Turnerinnen und 42 Turnern belegt

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