Balingen stürzt Favoriten
Turnen: Mit geschlossener Mannschaftsleistung zum Landesmeister
Berkheim, 29.09.2011
Ein Meisterstück haben die Ligaturnerinnen von Trainer Rudi Bareth abgeliefert: In der „Königsklasse“, der Modifizierten Kür 2, schnappten sie den arrivierten Turnerinnen aus den Turnhochburgen des VfL Kirchheim und der TSG Backnang den begehrten Landestitel weg.
Zunächst aber setzte schon am Samstag bei den Wettkämpfen der Pflicht-Stufen der Balinger Nachwuchs in der D-Jugend ein erstes Ausrufezeichen. Gleich im ersten Durchgang gelang den Schützlingen von Übungsleiterin Heidi Welte der Sprung ganz nach oben aufs Treppchen (174,75 Punkten). Aus der Besetzung Nina Hahn, Amy Julius, Valerie Kohle, Sonja Lubitz, Lea Steimle und Laura Schatz ragte an diesem Tag besonders Sonja Lubitz heraus.
Gut behaupten konnten sich in der Jugend C die von Übungsleiterin Conny Tyrs gecoachten Monja Edbauer, Petra Lubitz, Gina Mayer, Lena Speidel und Carolin Walz. Insbesondere Letztere trug maßgeblich dazu bei, dass ein beachtlicher fünfter Rang zu Buche stand. Bereits einen Tag später erreichte Walz beim Stauseepokal in Schömberg bei den Rahmenwettkämpfen/Schülerinnen den ersten Platz. Dass die Jüngsten in den Reihen des TSG-Nachwuchses noch einige Trainingseinheiten vor sich haben, belegt der elfte Rang in der Jugend E.
Ein heißes Kopf-an-Kopf-Rennen lieferten sich die Turnerinnen der offenen Altersklasse. TSV Ebingen und VfL Kirchheim galten hier als klare Titelaspiranten. Schnell wurde aber klar, dass auch die TSG Balingen um die Titelvergabe mitreden würde. Der Balinger Trainer Rudi Bareth hatte mit Katja Bisinger, Natalie Mayer, Natalie Müller, Ronja Schneider und Lena Völkle seine Turnerinnen aus der Kreisliga aufgeboten. Diese lieferten an allen Geräten konstant gleichmäßige Ergebnisse ab. Mit nur einem Zehntelpunkt Vorsprung setzten sich die Ebingerinnen schließlich ganz knapp mit 192,3 Punkten durch.
Den Beweis dafür, dass sich die Topturnerinnen des Balinger Trainers Rudi Bareth im Amateurbereich vor niemandem zu verstecken brauchen, erbrachten sie am Sonntag in der höchsten Wettkampfklasse, der „Modifizierten Kür“. Mit Claudia Bareth, Janine und Jessica Kern, Alisa Mann, Leonie Stemmer, Denise Seemann und Isabell Wagner schickte der Balinger Coach seine derzeit beste Formation an die Geräte. In den Reihen des Topfavoriten VfL Kirchheim waren mit Pia Pohl, Alessa Maisch und Jessica Preuss drei Turnerinnen aus der zweiten Bundesliga und bei der TSG Backnang eine komplette regionalligaerfahrene Truppe dabei. Daneben tauchten auch der TuS Metzingen und der SV Hülben in ihrer kompletten Ligabesetzung auf.
Schon bei der ersten Disziplin Bodenturnen konnten die Balingerinnen den Favoriten gut Paroli bieten. Die Überraschung folgte allerdings am zweiten Gerät, dem Sprungtisch. Claudia Bareth erhielt für ihren Tsukahara die Tageshöchstwertung von 13,7 Punkten – und zu aller Verblüffung reihte sich mit 13,6 ihre erst 14-jährige Vereinskameradin Leonie Stem- mer direkt dahinter ein. Am Stufenbarren hatte Ellen Layer von der TSG Backnang mit 11,27 Punkten die Nase vorn. Claudia Bareth hielt mit 11,04 gut dagegen.
Das letzte Gerät, der Schwebebalken, musste also entscheiden – und hier zeigten die Kernschwestern Glanzleistungen: Die Tageshöchstwertung mit 11,73 für Janine und der zweithöchste Wert mit 11,33 für Jessica bedeuteten den Landestitel für die TSG Balingen mit einer Gesamtpunktzahl von 140,03. Die beiden Favoriten VfL Kirchheim (136,86) und TSG Backnang (136,07) folgten.
Titelgewinn mit Hindernissen und Punktabzug
Grundstein für den Erfolg der Balinger Turnerinnen in der höchsten Wettkampfklasse, der „Modifizierten Kür“, war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Trainer Rudi Bareth hatte mit Claudia Bareth, Janine und Jessica Kern, Alisa Mann, Leonie Stemmer, Denise Seemann und Isabell Wagner ein starkes Team am Start. Nur auf Svenja Liefke musste er verletzungsbedingt verzichten.
Einen kleinen Rückschlag mussten die TSG-Turnerinnen vor dem alles entscheidenden Gerät, dem Schwebebalken, hinnehmen. Das Kampfgericht am Stufenbarren zeigte sich von seiner harten Seite. Während alle Teams mit der niedrigen Punktevergabe haderten, hagelte es für die Eyachstädter sogar noch einen Abzug – und das nur, weil sie bei einer strittigen Wertung nachfragten.
Die beiden Schwestern Janine und Jessica Kern sammelten die letzten Punkte ein für den letztendlich doch klaren Sieg der Balinger Riege. Durch den Landestitel haben sich die TSG-Turnerinnen automatisch für das baden-württembergische Finale qualifiziert. Außerdem wird Balingen beim Bundespokal der Vereinsmannschaften den Schwäbischen Turnerbund repräsentieren.
