„Wir geben niemanden auf“

Bei der Agentur für Arbeit freut man sich über weiter sinkende Arbeitslosenzahlen

Zollernalbkreis, 14.01.2012 von Klaus Irion

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Das zweite Jahr in Folge zufriedene Gesichter bei der Balinger Agentur für Arbeit: Die boomende Wirtschaft wirkt sich auch im Zollernalbkreis überaus positiv auf den Arbeitsmarkt aus.

„Wir haben einen stabilen und robusten Arbeitsmarkt“, sagt Georg Link, Leiter der Agentur für Arbeit Balingen. Im Jahresdurchschnitt lag die Arbeitslosenquote im Jahr 2011 bei 4,3 Prozent. Und damit um 1,1 Prozent niedriger als 2010. Zwar liegt der Zollernalbkreis damit um rund 0,3 Prozent über dem Landesdurchschnitt , Link spricht aber gleichwohl von einem „Superergebnis“. Man müsse schon eine ganze Weile zurückblicken, um ein ebenso gutes Jahrsergebnis zu finden. Genauer gesagt bis ins Jahr 1992.

Durchschnittlich 8870 Menschen waren im Zollernalbkreis im Jahr 2010 arbeitslos gemeldet. Ein Jahr später verringerte sich diese Zahl auf 6920. Eine Rückgang um 22 Prozent. Besonders auffällig dabei ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei den 15 bis unter 25-Jährigen um 34,8 Prozent von durchschnittlich 962 im Jahr 2010 auf 627 im Jahr 2011. Eine erfreuliche Entwicklung, die sich aber genauso schnell wieder ins Gegenteil verkehren könnte, denn: „In Boomzeiten sind die jungen Arbeitskräfte stets diejenigen, die am meisten profitieren. In Krisenzeiten die ersten, die ihre Arbeit aber auch wieder verlieren.“ Genau andersherum sieht es bei den älteren Arbeitslosen aus. Zwar ist auch deren Zahl im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs gesunken. Doch mit einer Differenz von durchschnittlich 51 Arbeitslosen weniger gegenüber 2010 lag der Wert hier bei lediglich 3,1 Prozent.

Als „besonders erfreulich“ bezeichneten Link sowie der Pressesprecher der Arbeitsagentur, Rolf Gehring, dass auch bei den Migranten die Zahl der Arbeitslosen um über 20 Prozent rückläufig sei. Das sei schon deshalb so positiv, „da gerade in dieser Bevölkerungsgruppe Menschen ohne Schulabschluss überproportional vertreten sind“. Dass Bildung, Ausbildung, Fort- und Weiterbildung der zentrale Schlüssel im Berufsleben sind, zeigen die aktuellen Agenturzahlen für die „Beschäftigungsmöglichkeiten ohne Ausbildung“. Sie sind dem Wirtschaftsboom zum Trotz weiter am Sinken. Mit Berufsausbildung bleiben die Zahlen seit dem Jahr 2000 auf fast dem selben Niveau, egal ob Krise oder Hochzeit. Stetig gestiegen sind in den vergangenen elf Jahren die Jobaussichten für Hochschulabsolventen.

Letztere sind es auch, die im Zollernalbkreis nach wie vor am meisten gesucht werden. Es sind aber nicht allein die Ingenieure, um die die Betriebe buhlen. „Fachkräfte fehlen vor allem auch im Bereich der Techniker, der Handwerker und der Altenpflege“, bilanziert der Arbeitsagenturleiter. Von einem dramatischen Fachkräftemangel könne aber nicht gesprochen werden. Wenngleich die Zahlen landkreisweit unterschiedlich sind. Die Stadt Balingen hat laut Link, was das Personal betrifft, „in der jüngeren Vergangenheit am meisten profitiert.“ Landkreisweit aber hätten etliche Betriebe die Zeichen der Zeit erkannt und seien dabei, den eigenen Fachkräfte-Nachwuchs wieder gezielt heranzuziehen. „Es gibt auch einige Betriebe, die über ihren eigentlichen Bedarf hinaus ausbilden“, weiß Link.

Ein kleiner Wermutstropfen in der alles in allem guten Arbeitsmarktentwicklung ist auch im Zollernalbkreis die Tatsache, dass der Zuwachs an sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen hauptsächlich auf Teilzeitjobs gründet. Die Zahl der Vollzeitstellen stagniert dagegen weiterhin.

Doch ob Teilzeit- oder Vollzeitstelle: Die Mitarbeiter der Arbeitsagenturen selbst spüren den Arbeitsplätze-Aufschwung. „Unseren Beratern lässt das wieder mehr Raum, sich um die einzelnen Kunden zu kümmern.“ Und auch dafür, in diesem Jahr eine „intensive Begleitung bei der Jobsuche“ für aus den unterschiedlichsten Gründen schwer vermittelbare Arbeitslose anzubieten. „Wir geben niemanden auf .“

Was den Arbeitsmarkt betrifft, ist Link und Gehring auch im gerade begonnenen Jahr nicht bang. Man sei durchaus optimistisch. „Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist ungebrochen. Es gibt keine Anzeichen, dass sich in den nächsten Monaten daran etwas ändert.“

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