Grundsatzrede mit Tiefgang

CDU-Neujahrsempfang: Ex-Landesvater Teufel appelliert an Verantwortung aller

Albstadt-Lautlingen, 16.01.2012 von Holger Much

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„Mensch sein heißt Mit-mensch sein“ formulierte Erwin Teufel beim Neujahrsempfang des CDU-Stadtverbandes Albstadt. In der Schlossscheuer appellierte er an Werte der Menschlichkeit.

Eine klare Absage an Machtmissbrauch und Selbstherrlichkeit, sei es in Politik, Wirtschaft oder Finanzwesen, erteilte am Freitagabend Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Erwin Teufel im Rahmen des Neujahrsempfangs der CDU Albstadt.

Sein belesener Exkurs durch die junge Geschichte Europas kann durchaus als Grundsatzrede aufgefasst werden, in der Teufel klar aufzeigte, was für ihn die Grundlagen eines guten Miteinanders sind: Ein sich Einbringen ins Gemeinschaftswesen, Mut, für Überzeugungen einzustehen, die Bereitschaft der Mächtigen, zuzuhören und zu dienen statt eigenmächtig zu handeln, nicht nur in der Politik. „Das Maß der Wirtschaft ist der Mensch“, formulierte Teufel ebenso, „nicht der Börsenkurs der nächsten Tage“.

All jene Werte müssten gesehen werden vor der Tatsache, dass „noch nie eine Generation gelebt hat, der es so gut ging wie uns“, da es zuvor noch nie eine Epoche gegeben habe, in der eine Nachkriegszeit nicht sofort wieder zur Vorkriegszeit wurde. Dieses Geschenk zu schätzen, in Frieden und Freiheit leben zu dürfen, ohne es durch Profitgier und kurzsichtigen Egoismus zu gefährden, appellierte Teufel eindringlich. Denn: „Vertrauen ist die wichtigste Ressource des Menschen“.

Dass der Empfang in Lautlingen beim Schloss stattfand, freute Erwin Teufel besonders, da das historische Beispiel Stauffenbergs ihm als jungem Menschen wichtiger Antrieb gewesen sei, überhaupt in die Politik zu gehen.

Stadtverbandsvorsitzender Roland Tralmer, der zusammen mit Bundestagsabgeordnetem Thomas Bareiß den Abend ebenfalls mit dem Thema der politischen Glaubwürdigkeit eröffnet hatte, bedanke sich bei Erwin Teufel, der neben einem guten Tropfen und der jüngst vorgestellten „Traufgänger“-Unterwäsche von Comazo auch den obligatorischen Korb Albstadt-Mäusle von Frieder Pommerencke mitnehmen durfte.

„Vor 20 Jahren genau“, kommentierte „Pommi“ seine schon traditionelle Gabe, habe er Erwin Teufel das erste Mal seine Mäusle überreichen dürfen: „Und seither sind wir beide keinen Tag älter geworden“.

Bei jenem Gebäck und Sekt oder Orangensaft wurde noch lange darüber geplaudert, was das neue Jahr wohl alles bringen mag, über die Lautlinger Ortsumfahrung oder das Thema Bundespräsident.


Eine lange Politikerkarriere begann in Spaichingen

Erwin Teufel wurde 1939 in Rottweil geboren. Bereits 1964 wurde er Bürgermeister in Spaichingen, damals der jüngste Bürgermeister Deutschlands.

Landesvater: Von 1991 bis 2005 war der mit zahlreichen akademischen und unzähligen anderen Auszeichnungen versehene Erwin Teufel Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg. Zudem war er Vorsitzender der CDU in Baden-Württemberg. Sein Nachfolger war Günther Oettinger.

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