Die Steuereinnahmen sprudeln

Finanzamt Balingen hat 2011 im Zollernalbkreis knapp 800 Millionen Euro kassiert

Zollernalbkreis, 20.01.2012 von Klaus Irion

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Die gute Wirtschaftslage macht es möglich: Im Zollernalbkreis sprudeln die Steuereinnahmen. Dies bestätigte Finanzamtsleiter Wilhelm Kallenberg beim Rückblick aufs Jahr 2011.

Um 10,35 Prozent ist das Steueraufkommen im Gegensatz zum Vorjahr angestiegen. In absoluten Zahlen heißt das, dass der hiesige Fiskus 799 Millionen Euro kassiert hat. „Es ist das drittbeste Ergebnis seit vielen Jahren“, sagt Finanzamtsleiter Wilhelm Kallenberg. Lediglich in den Jahren 2007 und 2008 lagen die Steuereinnahmen mit 808 Millionen Euro beziehungsweise 828 Millionen Euro noch höher. Im Bereich Baden-Württemberg lag der Zollernalbkreis um 1,55 Prozent über dem Durchschnittswert. Relativiert werden die aus Finanzamtssicht guten Zahlen etwas, wenn man den langjährigen Mittelwert nimmt. Hier liegt die prozentuale Steigerung der Steuereinnahmen im niedrigen einstelligen Bereich.

Die laut Kallenberg „aufkommensstärkste Steuerart“ war 2011 erneut die Lohnsteuer mit 305 Millionen Euro. Den prozentual höchsten Anstieg bei den Einnahmen gab es aber im Bereich der Einkommenssteuer von Freiberuflern und Unternehmen. Um satte 46 Prozent auf nunmehr 96 Millionen Euro ging es dabei nach oben. „Die Quote hat sich damit seit der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 wieder mehr als verdoppelt.“

Der sogenannte „Außendienst“ des Balinger Finanzamts „erwirtschaftete“ im vergangenen Jahr rund 34 Millionen Euro. Das meiste davon bei Betriebsprüfungen und Umsatzprüfungen. „Das dürfte den so genannten kleinen Mann freuen, der auf die Steuerungerechtigkeit schimpft“, glaubt Kallenberg. Er selbst nennt es „Steuergerechtigkeits-Hygiene“. So seien auch diejenigen nicht ungeschoren davongekommen, die ihre Steuer nicht oder nur teilweise bezahlt haben. „Beigetrieben“ wurden 16,2 Millionen Euro.

Dass das Jahresergebnis 2011 nicht ganz an die beiden bereits genannten Spitzenjahre herankam, lag laut dem Finanzamtsleiter trotz gestiegenen Konsums am weitgehend unveränderten Umsatzsteuersatz von 264 Millionen Euro. Gründe: Zum einen die Vorsteuerüberschüsse aus den Investitionen und den stark gestiegenen Exporten der Unternehmen, aber auch die Vorsteuererstattungen aus dem „Solar-Boom bei den Hausbesitzern“ (Kallenberg).

Besonders gefreut hat den Behördenleiter, dass das Finanzamt Balingen im Land den Spitzenplatz bei den Bearbeitungszeiten belegt. „In Balingen bekommt der Bürger seine Steuererstattung drei Wochen schneller als im Landesdurchschnitt“, so Kallenberg.

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