Wie Senioren über Wohnen denken . . .

Rosemarie Mayer möchte im Namen des Kreisseniorenrates auf oftmals Unbedachtes hinweisen

Zollernalbkreis, 21.01.2012 von Karl-Otto Müller

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Rosemarie Mayer – sie spricht für eine stetig wachsende Bevölkerungsgruppe. Als Vorsitzende des Kreisseniorenrats wird sie gerne gehört, auch wenn es um das neue Entrée der Volksbank Ebingen geht.

„Die zunehmende Zahl älterer Menschen sollte in allen Belangen und Bereichen berücksichtigt werden – ohne dass wir ganzen Landschaften den Charakter einer Pflegeeinrichtung geben“, sagt Rosemarie Mayer, ehemalige Verwaltungsangestellte und seit vier Jahren Vorsitzende des Kreisseniorenrats.

Deshalb freut sie sich ganz aktuell über Gelegenheiten, wie beispielsweise derzeit bei der Gestaltung des neuen Eingangsbereichs der Volksbank Ebingen gehört zu werden. Gehörten doch „gerade Banken zu den vertrauten Einrichtungen älterer Menschen“, unterstreicht Rosemarie Mayer. In Sparkasse und Volksbanken sei dies erfolgreich praktiziert – viele Haupt- und Zweigstellen wurden vom Kreisseniorenrat als „seniorenfreundlich“ zertifiziert. Immer wieder neue Probleme, so Mayer, treten auf, wenn beispielsweise eine neue Generation Automaten Einzug halte.

Besonders leidvoll, so die Seniorensprecherin, treffe es ältere Menschen an Fahrkartenschaltern: Oft komplex in der Bedienung, häufig schlecht lesbar. Und dazuhin ohne die immer wichtigeren barrierefreien Zugänge oder Einstiege an Bushaltestellen oder Bahnhöfen, als schlechtes Beispiel nennt sie den Bahnhof in Bisingen.

Im Namen ihres Kreisseniorenrates möchte die Vorsitzende Rosemarie Mayer immer wieder den Finger in solche Wunden legen, damit sich etwas bewege. In 2011 sei es reichlich wenig gewesen. In ihren Augen unverständlich, seien doch beispielsweise über das Leader-Projekt reichlich Mittel zur Verfügung gestellt gewesen, um barrierefreie Einrichtungen im ländlichen Raum zu schaffen. 75 Prozent hätten die Zuschüsse aus Brüssel betragen, einzig die Gemeinde Rangendingen habe davon Gebrauch gemacht. Die in Pfeffingen als Vereinsheim genutzte alte Schule hätte sich ihrer Ansicht nach ebenfalls hervorragend für eine solche Fördermaßnahme geeignet.

Ein „Fingerzeig“ – nicht, um sofort mit viel Steuergeldern alles wieder zu korrigieren, aber um den gleichen Fehler nicht zu wiederholen – sind ihr die Kopfsteinpflaster in Albstadt und Balingen wert. Für ältere Menschen ebenso hinderlich, lästig und gefährlich, wie für Mütter mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer. Mit Unsicherheit zumindest begegnen ihrer Beobachtung nach ältere Menschen auch den neuen Pflasterungen, die häufig nur mit Splitt oder wenig Salz gestreut werden.

Gefährlich würde es, wenn schwer erkennbare Stufen in die Pflasterflächen eingebaut würden, wie dies auch immer wieder zu beklagen sei.

Mehr und mehr Diskussionsraum in den Reihen des Kreisseniorenrats nehme das „Wohnen“ ein. Ihre Beobachtung: „Älteren Menschen, mit 70, 75 oder 80 Jahren, ist daran gelegen, in ihrem Haus zu bleiben. Sie suchen Möglichkeiten, ihr Leben in allen Belangen in den eigenen vier Wänden zu arrangieren.“ Hier sehe der Kreisseniorenrat auch eine große Aufgabe in den nächsten Jahren.

Für das gerade erst begonnene Jahr 2012 habe man sich bereits konkrete Ziele gesetzt: Die gemeinsam mit der Wirtschaftsfördergesellschaft Zollernalb (wfg) erstellte Freizeitseniorenkarte soll vorgestellt werden. Viel Arbeit wurde hier hineingesteckt, von Senioren und Familien nutzbare Angebote übersichtlich aufzuzeigen.

Fest in Planung ist die Mitgliederversammlung des Kreisseniorenrates im Sommer mit einem Fachvortrag der Staatssekretärin im Berliner Gesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz.

Info

Rosemarie Mayer sie ist verheiratet und lebt mit ihrem Ehemann Reinhard Mayer im Albstädter Stadtteil Burgfelden. Reinhard Mayer engagiert sich in der Pflege der historischen Michaelskirche in Burgfelden.

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