Eine neue Art des Lernens

Gemeinschaftsschule kommt – Arbeitsgruppe nimmt Thematik ins Visier

Albstadt-Ebingen, 27.01.2012 von Holger Much

September 2012 starten die ersten „Gemeinschaftsschulen“. Fragen sind offen: Was passiert nun in Albstadt? Welches Gebäude kommt in Frage, wie sehen Lehrpläne oder Lehrerausbildung aus?

Das neue Konzept der „Gemeinschaftsschule“ beschäftigt bundesweit die Gemüter. Wie wird sich diese völlig neue Schulform auswirken? Welche Veränderungen bringt sie mit sich?

Auch in Albstadt hat sich ein Arbeitskreis zusammengefunden, der sich der Pionierthematik der Gemeinschaftsschule annimmt. Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, Vertreter der Stadtverwaltung sowie des Staatlichen Schulamtes und Vertreter der Albstädter Schulleiter tauschen sich über dieses Projekt aus, das absolutes pädagogisches Neuland betritt. Die Fragen, die hier in der nächsten Zeit zu erörtern sind, sind unter anderem:

Richtet Albstadt überhaupt eine Gemeinschaftsschule ein? Und wenn ja – welche der bestehenden Schulstandorte böte dafür die perfektesten Voraussetzungen?

Zudem muss man sich natürlich intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie die baulichen Veränderungen für eine Gemeinschaftsschule aussehen müssten. Denn klar ist: So unterschiedlich, wie die Konzeption der Gemeinschaftsschule von der bisheriger Schulen ist, so unterschiedlich wird auch die Raumkonzeption der neuen Schulen sein.

Ingolf Palubitzki, Leiter des Amtes für Familie, Bildung, Sport und Soziales, fasst einige der wichtigsten Punkte zusammen, die eine Gemeinschaftsschule kennzeichnen:

•Alle gemeinsam: Schüler unterschiedlichsten Wissensstandes werden gemeinsam unterrichtet. Sprich: Vom Förderschüler bis zum Gymnasiasten besuchen alle gemeinsam dieselbe Schule und werden auch gemeinsam unterrichtet.

•Kleine Gruppen: Der Unterricht und eine bewusst individuelle Förderung der einzelnen Schüler soll vorwiegend in Kleingruppen passieren, in denen die Kinder und Jugendlichen möglichst selbstständig lernen und sich gegenseitig unterstützen sollen.

•Andere Unterrichtsform: Dies bedingt nicht nur eine völlig andere Form des Lernens als der gewohnte „Frontalunterricht“ in großen Klassen. Auch Lehrpläne und Ausbildung der Lehrer werden sich stark wandeln müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

•Mehr Räume: Ein Gebäude, das den Anforderungen der Gemeinschaftsschule entsprechen soll, muss daher deutlich mehr voneinander abgetrennte Räume anbieten können, um den verschiedenen Kleingruppen für ihre Lernarbeit den entsprechenden Raum und die nötige Ruhe zu gewähren.

•Den ganzen Tag: Zudem muss jede Gemeinschaftsschule zwingend auch gleichzeitig Ganztagesschule sein, muss auf jeden Fall also eine Mensa haben.

Verwechslungsgefahr: Gemeinschafts- und Gesamtschule

Verwirrend: Die Schullandschaft ist seit Jahren im Wandel. Zwischen Begriffen wie Hauptschule, Werkrealschule, neue Werkrealschule, Realschule, den verschiedenen Arten von Gymnasien, Ganztages-, Gesamt- und Gemeinschaftsschulen kann der Laie schon mal den Überblick verlieren.

Wichtig: Ganztagesschule und Gemeinschaftsschule klingt zwar ähnlich, ist aber nicht dasselbe.

Unterschied: In der Gesamtschule wird die Differenzierung zwischen den Schülern, die sonst in den verschiedenen Schulformen besteht, in eine Schule verlagert.

Die Gemeinschaftsschule unterscheidet sich vor allem auch durch das gänzlich andere, pädagogische Lern-, Unterrichts- und Raumkonzept.

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