Söflingen schafft Sensation

3. Handball-Liga: Kellerkind schlägt den Tabellenzweiten Horkheim

Balingen, 31.01.2012 von Reinhard Linder

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Die dritte Handball-Liga ist und bleibt eine Wundertüte. Am vergangenen Spieltag hat es Ergebnisse gegeben, die so nicht zu erwarten waren. Und einen Gewinner: den HBW Balingen-Weilstetten 2.

Gleich fünf Mann aus dem Erstliga-Kader durfte HBW-Coach Eckard Nothdurft gegen den SV Kirchzell auf die Platte schicken. Die waren zwar gehörig platt nach einem extrem anstrengenden Trainingslager am Schliffkopf. Trotzdem hielten sie die Abwehr soweit zusammen, dass es zu einem 30:28-Erfolg gegen den TV Kirchzell reichte.

Neben dem HBW gab es noch einen anderen großen Gewinner des 18. Spieltags in der dritthöchsten Klasse. Die HSG Konstanz nutzte mit ihrem souveränen 36:24 über den HVStuttgarter Kickers die Schwäche der Konkurrenz, um im Tableau Rang drei zu erobern. Frühzeitig hatte die Truppe von Trainer Daniel Eblen die Weichen auf Sieg gestellt. Schon zur Halbzeit lag sie mit 18:8 vorne.

Dass eine solche Halbzeitführung manchmal nicht viel wert ist, hat der unangefochtene Spitzenreiter SG Leutershausen erfahren. Obwohl fünf Leistungsträger verletzt auf der Tribüne saßen, überrollten die „roten Teufel von der Bergstraße“ in der ersten Halbzeit den bemitleidenswerten Aufsteiger TSV Neuhausen/Filder mit 21:9. Doch nach dem Seitenwechsel ließen es die Jungs von Trainer Holger Löhr schleifen und bauten die Filderstädter auf. Diese kamen immer näher, plötzlich führten die Hausherren nur noch mit 36:34. Erst Simon Kuch beendete die Aufholjagd mit seinem Treffer zum 37:34-Enstand.

Nächster Gegner der Leutershausener ist die TSG Söflingen, die mit dem Mute der Verzweiflung gegen den Abstieg kämpft. „Totgesagte leben länger“, titelte die Homepage der Ulmer nach ihrem sensationellen 36:36-Remis beim Tabellenzweiten TSB Horkheim. Sogar von einem unglücklichen Punktverlust ist die Rede, weil die Schiedsrichter mehrere Fehlentscheidungen getroffen und ein klares Tor nicht anerkannt hätten. Tatsächlich lag der Tabellenvorletzte die meiste Zeit in Führung, erst in der Schlussphase kam das ersatzgeschwächte Team von TSB-Coach Volker Blumenschein wieder heran.

Nicht über ein Remis hinaus kam auch der bisherige Tabellendritte TSB Groß-Bieberau gegen den Zweitliga-Mitabsteiger TV Groß-Umstadt. In einer Abwehrschlacht wechselten sich beide Teams in der Führungsarbeit ab, fünf Sekunden vor dem Abpfiff lagen die Gäste mit einem Tor vorne. Aber Groß-Bieberau holte noch einen Siebenmeter heraus, den Dennis Rybakov zum 20:20 verwandelte.

Nicht weniger dramatisch ging es bei der Partie zwischen den Tabellennachbarn SG H2Ku Herrenberg und TSV Friedberg zu. Beide Trainer konnten nur eine Rumpfmannschaft aufbieten, die Hausherren schienen zunächst ihre verletzungsbedingten Lücken besser stopfen zu können. Zumindest führte die Mannschaft von Axel Kromer zur Pause mit 18:14. Aber angeführt vom 13-fachen Torschützen Manuel Vilches-Moreno holten die Bayern den Rückstand auf und gingen sogar in Führung. Wie schon Groß-Bieberau brauchten auch die Herrenberger einen Siebenmeter in letzter Sekunde, um noch zum 30:30-Ausgleich zu kommen.

Keine große Mühe hatte der TV Hochdorf zu Hause mit Obernburg. Das Team von TV-Coach Michael Pfeil ließ von Beginn an keine Zweifel am Auswärtssieg aufkommen und gewann auch deutlich mit 31:24. Schlusslicht TV Nieder-Olm lieferte dem Gastgeber SG Köndringen/Teningen in der ersten Halbzeit einen großartigen Kampf. Erst in der Schlussphase zogen die Südbadener davon und gewannen ungefährdet mit 31:26.

HBW 2 vergrößert Abstand zu den Abstiegsrängen

Mit dem Sieg gegen Kirchzell hielt der Balinger Perspektivkader den TuSpo Obernburg, der momentan den ersten Abstiegsplatz besetzt, auf Distanz. Außerdem schob er sich an den Stuttgarter Kickers vorbei. Der HBW 2 belegt damit punktgleich mit dem TSV Neuhausen/Filder und dem Team aus der Landeshauptstadt Rang zwölf.

Fünf Punkte Vorsprung hat der HBW Balingen-Weilstetten 2 (15:21 Punkte) nach dem 18. Spieltag auf den ersten Abstiegsplatz. Neben der TuSpo Obernburg (10:24 Punkte) sitzen derzeit die Teams der TSG Söflingen (6:28 Punkte) und der TV Nieder-Olm (2:32 Punkte) nach 17 Spielen abgeschlagen am Ende der Tabelle fest.

Am kommenden Sonntag muss der HBW 2 zu den Tabellenletzten Rheinhessen reisen und sich möglichst hellwach präsentieren. Anpfiff ist um 11 Uhr. In der Hinrunde ließ der Balinger Perspektivkader dem TV Nieder-Olm keine Chance. Mit 40:28 holte man vor heimischem Publikum zwei Punkte. Diesen Erfolg will man nun wiederholen.

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