Leserbrief

Das Gebäude vergammelt immer mehr

03.02.2012

Im Zusammenhang mit einer Anfrage des Stadtrates Walter Zanker zu den Gebäuden Färberstrasse 5 und 9, die sich im Besitz der Stadt befinden, hat der Baudezernent Ernst Steidle im Gemeinderat die Worte fallen lassen: „…irgendein Handlungsdruck besteht für uns überhaupt nicht“.

Das erinnert mich sehr an die Worte von Ernst Steidle anlässlich einer Besprechung zusammen mit Oberbürgermeister Helmut Reitemann im vergangenen August. Ich habe dabei gefragt, wie es sein kann, dass die Stadt auf der einen Seite über 30 Millionen Euro Schulden aufgehäuft hat, während auf der anderen Seite jede Menge städtischer Liegenschaften ungenutzt vor sich hin vergammeln. Der Grund für meine Nachfrage war das Gebäude Bahnhofstraße 19 (ehemals als Stiptease-Bar und Lokal genutzt), das sich seit über drei Jahren in städtischem Besitz befindet und dessen Umfeld immer mehr zur Müllhalde verkommt.

Die Antwort von Ernst Steidle lautete: „Herrr Seifert, als Stadtplaner muss man langfristig denken, da sind zehn oder 15 Jahre keine lange Zeitspanne.“

Seit 2005 wird mir vom Bauamt erklärt, dass das besagte Grundstück überplant wird. Das gleiche Amt, das auch 2006 schon erklärt hat, dass für die Verbesserung der Parkraumsituation am „Lindle“ zwei Gleisflächen beim Hauptbahnhof aufgeschüttet und als Parkplätze ausgewiesen werden. Leere Worte ohne irgendwelche folgende Handlungen. Am „Lindle“ wird die Parksituation immer chaotischer. Jeder Selbstständige könnte sich bei einer solchen Arbeitsweise die Kugel geben. Die Stadt erhöht halt einfach Gewerbe- und Grundsteuer, wenn das Geld mal wieder nicht reicht.

Ein Balinger Amtsleiter hat mir vor einigen Jahren den folgenden Satz gesagt: „Früher haben die Landvögte regiert, heute sind es die Stadtbaumeister.“ Was ich damals für einen Scherz gehalten habe, hat sich mittlerweile für mich als bittere Wahrheit entpuppt.

Peter Seifert
Untere Dorfstraße 12
Weilstetten