Leserbrief

Der Virus des Schuldenmachens ist übergegriffen

04.02.2012

Nicht zu glauben, am vergangenen Dienstag überkamen mich im Balinger Gemeinderat doch tatsächlich mediterrane Gefühle. Ich wähnte mich unter der warmen Sonne Griechenlands, mitten auf der Pnyx (antiker Versammlungsort in Athen) durfte man den Worten der Schuldenrhetoriker lauschen, deren Reden nur vom Beifall der Beschenkten unterbrochen wurden. Und über allem thronten die Archonten (hohe Beamte) und ihr Dienstherr, Helmudukatos Reitemanglis. Er wusste nicht einmal von welchen Schulden der Stadt die auferstandene Kassandra, Dietmakis Fothikis, gesprochen hat. Fothikis kann einem wirklich leid tun, sollte er diese Einsparforderungen fortsetzen, ist ihm das Scherbengericht sicher.

Von Osten kommt die Kälte und von Süden her hat schon lange der Virus des hemmungslosen Schuldenmachens auf uns übergegriffen. Die Kälte wird wieder verschwinden. Wann versteht der Wähler, dass auf Pump finanzierte Wahlversprechen und Geschenke uns in diese katastrophale Verschuldung von Bund, Land und Kommunen getrieben haben, wann zieht er endlich seine Konsequenzen und bemüht bei der nächsten Wahl sein Gedächtnis, und erinnert sich, wie das so in der Vergangenheit mit den Wahlversprechen, Wahllügen, Steuerverschwendungen und Schuldenmachen war?

Rainer Rehfuss
Grünewaldstraße 155, Balingen

LESERBRIEFE

Bis heute sind die Anwohner nicht richtig informiert

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll: Während die Anwohner erst durch einen Artikel von Klaus Irion von ihrem Glück erfahren haben, spricht er bereits von einer sich abzeichnenden Einigung beim Streit um das Windkraftrad. Bis heute wurden die Anwohner nicht darüber informiert, dass die Stadt über eine Standortänderung des Windrads nachdenkt. Und was für ein Zufall, dass dieses „Entgegenkommen“ genau dem Kompromissvorschlag eines Anwohners, der am Ende des Infoabends noch vehement abgelehnt wurde, entspricht. Nur dass bei dieser Gelegenheit der Abstand zum nächstgelegenen Grundstück gleich noch um zehn Meter gekürzt wurde. Auch wenn immer noch „angedacht“ wird, dass das Windkraftrad sich selber trägt, so hat es wahrscheinlich schon jetzt allein durch die Planung höhere Kosten verursacht, als es jemals erwirtschaften kann. Man kann auch noch lange über Sinn oder Unsinn eines Kleinwindkraftrads mitten im Schwachwindgebiet und Schulprojekte diskutieren. Es ändert aber nichts an der Tatsache, dass zugunsten eines Pionierprojekts im Zollernalbkreis nebensächliche Dinge wie die Belange der Anwohner nicht mehr bedacht werden. Aber für die Anwohner sind nur diese Dinge wichtig – sie erdulden tagtäglich schon mehr als genug Beeinträchtigungen. Irgendwann reicht es einfach.

Margret, Yvonne und Holger Herter; Liselotte und Hellmut Grotz; Gerlinde und Siegfried Friese, Weberstraße 1- 3, Balingen