Narren trotzen der Kälte

Brauchtumsvorführungen eröffnen Schömberger Narrentage

Schömberg, 06.02.2012 von Nils Horst

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Die Temperaturen von minus 15 Grad waren kein Hindernis, im Gegenteil: Bewegung hält bekanntlich warm und so tanzten bei den Schömberger Narrentagen am Samstagabend nicht nur die Hästräger.

Es gab gleich zwei Gründe für die zwei Festtage: Die Schömberger Narrenzunft feierte ihren 90. Geburtstag und der alte Harzer ist dieses Jahr 200 Jahre alt.

Begonnen hat das närrische Spektakel mit einem Sternmarsch. Nach einem Böllerschuss haben sich die 17 Zünfte aus vier verschiedenen Richtungen zum Marktplatz bewegt. Höhepunkt war die überraschende Präsentation des 200 Jahre alten Fasnetshäs des Harzer.

Wegen den kalten Temperaturen haben die Organisatoren der gastgebenden Narrenzunft die Brauchtumsvorführungen spontan umdisponiert. Sie fanden nicht auf zwei Plätzen statt, sondern nur vor der großen Ehrentribüne auf Schömbergs Marktplatz. Moderator Wulf Wager nahm die Improvisation und die kalten Temperaturen mit Humor: „Solange wir aushalten, wird getanzt.“ Und so hielten es auch die Besucher, die eifrig mitgetanzt haben.

Den Anfang machten die Narren aus Wilfingen. Eine Besonderheit dieser Zunft: Während die Geschelle in Südwestdeutschland über die Schulter hängen, tragen die Wilfinger Schellnarren ihre Glocken- und Schellriemen auf der Hüfte, was zu einem gewaltigen Klangerlebnis führt. Ein fasnachtlicher Exot in Schwaben, wie Wulf Wager auf der Bühne am Marktplatz kommentierte.

Eine Premiere auf deutschem Boden machte die Röllizunft Siebenen aus der Schweiz mit ihrem Rölli-Marsch. Zu dem Rölli gehört auch der Einscheller. Er trägt zwei Kuhglocken an einem Holzjoch über den Schultern und schellt mit diesen in einem gleichmäßigen Rhythmus. Eine wahre körperliche Meisterleistung: Eine Kuhglocke wiegt 60 Kilogramm.

Auch benachbarte Zünfte machten Aufführungen: So führte die Narrenzunft Weilen u.d.R. ihren Hummeltanz auf.

Fünf Musikkapellen aus Hausen am Tann, die Gastgeber aus Schömberg und Weilen u.d.R., unterhielten die Besucher bei frostigen Temperaturen. Abgesagt hatten die Musiker aus Dotternhausen, da sie bei den zweistelligen Minusgraden Probleme mit ihren Instrumenten hatten.

Pünktlich um 19 Uhr startete der Nachtumzug. Der Schömberger Marktplatz füllte sich mit Narren, die nun auch aus ihren warmen Schlupflöchern kamen und auch die Besucher wollten sich den nächtlichen Umzug nicht entgehen lassen. Dieser war nämlich etwas ganz Besonderes: alle Zünfte und Maskenträger liefen bunt gemischt und in keiner festen Umzugs-Reihenfolge. Die Schömberger Fransennarren liefen Arm in Arm mit Hexen und Teufeln.

Nach dem Umzug fand in der Stausee-Halle der Geburtstagsball statt. Auch im Städtle war bei der Narrennacht bis in die frühen Morgenstunden in den verschiedenen Besenwirtschaften viel los.

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