Mehr Geld für das Abwasser
Geänderte Satzung ist beschlossen – Gemeinde überprüft die Zisternen
Nusplingen, 07.02.2012 von Volker Schweizer
So sehen die neuen Sätze aus: 3,40 Euro je Kubikmeter Schmutzwasser und 22 Cent für das Niederschlagswasser pro Quadratmeter versiegelte Fläche. Die Anlieferungsgebühr für Schmutzwasser beträgt bei Abwasser aus Kleinkläranlagen 43,40 Euro je Kubikmeter und bei Abwasser aus geschlossenen Gruben 4,34 Euro je Kubikmeter. Die geänderte Abwassersatzung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2011 in Kraft. Für das Jahr 2012 wird es eine neue Kalkulation geben.
Bevor sich der Gemeinderat damit beschäftigt, möchte Bürgermeister Alfons Kühlwein zuerst eine dauerhafte Lösung für die Abwasserbeseitigung auf den Harthöfen auf den Weg bringen. Auf dem Berg muss außerdem die über 125 Jahre alte Wasserleitung erneuert werden. In der jüngsten Sitzung betonte Kühlwein aber, dass sich die Gemeinde bemühe, Zuschüsse zu holen.
Während in Meßstetten und Obernheim die meisten Haushalte entlastet werden, muss die Gemeinde Nusplingen ihre Bürger stärker zur Kasse bitten. Kämmerer Hans Hager verwies auf den geringen Kostendeckungsgrad. Die letzte Gebührenneufestsetzung habe es im Jahr 2005 gegeben. 2010 betrug der Kostendeckungsgrad 94,8 Prozent, 2011 mit dem bisherigen Gebührensatz 92,4 Prozent. Die neue Kalkulation für 2011 ergibt laut Hager eine volle Kostendeckung. Die Unterdeckungen der fünf Vorjahre mit rund 76 000 Euro könnten damit aber nicht ausgeglichen werden.
In der neuen Kalkulation wurde der Faktor für Porenpflaster von 0,6 auf 0,3 zurückgeschraubt. „Im Sinne des Umweltschutzes und als Signal an die Bürger“, betonte Alfons Kühlwein.
Mit der Rücklaufquote der Anhörungsbogen von 87 Prozent zeigte sich das vom Gemeinderat beauftragte Büro Heyder und Partner sehr zufrieden. Die hohe Teil der Zisternen überraschte. Rund 100 Zisternenbesitzer gibt es in Nusplingen. Ob die Zisternen technisch in Ordnung sind und für das eingeleitete Schmutzwasser eine Gebühr entrichtet wird, soll überprüft werden. „Es geht um die Gerechtigkeit und Ehrlichkeit“, so Gemeinderat und Bürgermeister-Stellvertreter Lorenz Ritter.
