Abschied auf Raten oder Rettung?
Besorgte Eltern: Wenig Kinder in der Grundschule Laufen – Schulleiterstelle nicht ausgeschrieben
Albstadt-Laufen, 07.02.2012 von Holger Much
Es werden immer weniger Kinder, die die Grundschule Laufen besuchen. Der Fortbestand der Schule ist nicht mehr sicher – ein Thema dem sich die Zeitschrift Focus in einer Sonderveröffentlichung intensiv widmet. Doch woran auch die Reportage des „Fakten-Fakten-Fakten“-Blattes keinen Zweifel lässt: Die Schülerzahlen schrumpfen allgemein. Auch in Laufen. In diesem Rückgang liegt die Wurzel des Problems.
Acht Erstklässler waren es im vergangenen Jahr – 16 sollten es laut Schulgesetz für eine Klasse sein. In diesem Jahr könnten elf Kinder in Laufen in die Grundschule gehen. Doch vor März, sagt Ingolf Palubitzki vom Amt für Familie, Bildung, Sport und Soziales, werde keine Entscheidung über die Zukunft der Schule getroffen werden können. Grund: der Wegfall der verbindlichen Schulempfehlung: „Wir können jetzt noch gar nicht wissen, wohin die Eltern ihre Kinder schicken. Das wissen wir erst Ende März.“
Erst dann, wenn die Stärke des neuen Jahrganges definitiv feststeht, werde der neu gegründete Arbeitskreis Schule auch darüber diskutieren können, wie es in Laufen weitergehen soll: „Laufen ist die einzige Grundschule in Albstadt“, sagt Ingolf Palubitzki, „die auf der Kippe steht. Man könnte, schrumpfen die Kinderzahlen weiter, die Schule schließen. Doch dann böte sich Lautlingen als Auffangschule an, dort würde es jedoch wiederum eng werden mit den Räumlichkeiten, wenn es dort weiterhin eine Hauptschule gibt. Oder man macht so weiter wie bisher, in sehr kleinem Rahmen, mit Kombiklassen“.
Sicher ist: Das Schulamt schreibt die Schulleiterstelle nach der Pensionierung von Klaus Epple nicht wieder aus. Die Leitung müsste dann ein Kollege übernehmen. Oder ein Schulleiter einer benachbarten Schule.
Doch konkrete Entscheidungen wurden noch nicht getroffen. Dies bestätigt auch Schulleiter Klaus Epple, der es aber bedauern würden, wenn so eine intakte, gut funktionierende kleine Schule, nun plötzlich geschlossen werden würde.
Bei den Eltern jedoch wächst die Unsicherheit: Was passiert mit unserer Schule? Wird sie weiterbestehen oder nicht? Und sollte die Schule geschlossen werden, welche Auswirkungen hat dies dann auf Laufen insgesamt?
„Wir haben wenig Informationen“, sagt Christina Fritsche, Elternbeiratsvorsitzende der Grundschule in Laufen. „Seit Jahren besteht nun schon diese Unsicherheit, nie weiß man wirklich, wie es weitergeht. Wir würden einfach gerne gehört werden in dieser Sache“. Der Wunsch der Eltern ist ganz klar: Eine Schule, die im Dorf ist und weiterhin bleibt, mit engagierten Lehrern und kurzen Wegen für die Kinder, eingebettet in ein intaktes, funktionierendes Gemeinde- und Vereinsleben.
Konkrete Entscheidungen darüber, wie die Zukunft der Laufener Schule aussehen könnte, stehen möglicherweise in der April-Sitzung des Gemeinderates an. Vor dem Hintergrund der neuesten Entwicklungen der Schülerzahlen wird das Albstädter Gremium dann beschließen können.
Wegfall der verbindlichen Schulempfehlung macht Probleme bei der Planung
Neue Regelung: Welche Schule soll ein Kind besuchen? Diese Frage war bis vor kurzem klar: Schulbezirke regelten, wo das Kind zur Schule ging, die verbindliche Schulempfehlung regelte, welche Schulart das Kind besuchte. Nun fällt beides weg. Eltern können ihre Kinder in die Schule bringen, wo sie wollen. Doch auch die Schulart ist nicht mehr festgeschrieben.
Freie Wahl: Im Extremfall können nun Eltern, deren Kind zuvor eine verbindliche Empfehlung für die Hauptschule bekommen hätte, dieses nun dennoch aufs Gymnasium schicken – oder andersherum.
Problematisch: Diese neueste Entwicklung macht es den zuständigen Stellen aber auch schwer, Schülerzahlen für einzelne Schulen vorauszuplanen. Weder in welchem Stadtteil noch in welcher Schulart mit wie vielen Schülern gerechnet werden kann, erklärt Ingolf Palubitzki, sei vorauszusehen.
