Wie die „Großen“

Oberliga: Balinger Vorfreude aufs Derby in Reutlingen

Balingen, 07.09.2010 von Ralph Conzelmann

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Nach Weinheim ist vor Reutlingen: Die TSG Balingen fiebert dem Oberliga-Derby im Kreuzeichestadion (Freitag, 19.30 Uhr) entgegen. Allzu herzlich dürfte die Maier-Elf aber nicht empfangen werden.

Der TSG zeigen, wer die Nummer eins in der Region ist: Diese Marschroute legt sich der SSV Reutlingen fürs Oberliga-Nachbarschaftsduell gegen die lange Zeit im Schatten des Kreuzeicheklubs stehenden Balinger zurecht. Ungeachtet dieser Sticheleien auf der Homepage des Ex-Zweitligisten freut sich TSG-Trainer Karsten Maier auf das erste Punktspielduell der beiden Oberligisten: „Wir dürfen am Freitag wie die Großen in einem tollen Stadion, auf einem guten Platz und unter Flutlicht spielen. Der SSV möchte uns zeigen, wer die regionale Vorherrschaft beansprucht, doch wir fahren trotzdem 'mal hin und versuchen, etwas Zählbares mitzunehmen.“

Nach dem 3:0 gegen Weinheim – der erste Sieg nach zuvor vier Niederlagen und der erste „Dreier“ vor heimischem Publikum in dieser Saison – kann also schon wieder etwas gescherzt werden an der Eyach. Zumal die kompakte Mannschaftsleistung den Ausschlag für den Befreiungsschlag gegen die Nordbadener gab.

Unter der Achalm muss sich die TSG allerdings auf einiges gefasst machen. Zum einen dürfte sich die Reutlinger „Szene E“, eine sehr aktive Fangruppierung des Traditionsklubs, speziell zu diesem Premieren-Derby etwas einfallen lassen – zum anderen treffen die Balinger auf einen Gastgeber, der zuletzt zweimal in Folge gewann und mit Torhüter Luis Rodrigues (Stuttgarter Kickers) sowie Wlasios Kotaidis (1899 Hoffenheim) vorige Woche noch zwei Last-Minute-Transfers getätigt hat.

Allerdings zeigte sich der Reutlinger Trainer Lothar Mattner mit der Leistung seiner Elf in Durlach nicht zufrieden. Nach dem 2:1-Erfolg meinte er: „Wir haben nicht gut gespielt und mit Glück gewonnen. Wir müssen noch viel besser spielen, schneller umschalten und mehr Tore schießen.“

Einen Festtag zelebrierte der SGV Freiberg (11 Punkte), der hinter Nöttingen (17), Gmünd und den Kickers-Amateuren (beide 12) jetzt Vierter ist. Das Team von Marcus Wenninger bezwang den SV Waldhof Mannheim vor 1250 Zuschauern – wovon die Hälfte aus der Kurpfalz angereist war – mit 2:0. Umjubelter Matchwinner war Torjäger Marian Asch, der seine Quote mit einem Doppelpack auf sieben Saisontreffer verbesserte. „Ich stehe gerade immer richtig. So Phasen gibt es“, meinte der 22-Jährige lapidar aber überglücklich nach dem Schlusspfiff. Sein Coach war ebenfalls zufrieden: „Wir haben eine überzeugende Leistung abgerufen und waren deutlich besser als der Gegner“, teilte Wenninger, dessen Schützlinge nun seit zehn Spielen ungeschlagen sind, mit.

Die erste Saisonniederlage gab's für den FC 08 Villingen, der Normannia Gmünd mit 0:2 unterlag. „Wir haben das Spiel größtenteils klar kontrolliert, aber aus unseren Möglichkeiten kein Kapital geschlagen“, ärgerte sich der Villinger Übungsleiter Martin Braun.

Noch deutlicher wurde Karl-Heinz Bachthaler nach dem 1:2-Reinfall seines FV Illertissen bei der Spvgg Neckarelz. „Das war ein kollektives Versagen. Zögerlich, ängstlich, pomadig.“

Der VfB Neckarrems hat derweil einen weiteren Neuzugang an Land gezogen. Den Tabellenvorletzten verstärkt ab sofort Cesur Sevimli. Der 23-jährige Offensivspieler kickte schon für den VfB Stuttgart, die Stuttgarter Kickers, die TSF Ditzingen, den SGV Freiberg, SC Pfullendorf, SSV Reutlingen und den FC Lahti (Finnland).


Gemeinsam in die Kreuzeiche

Schon unmittelbar nach dem 3:0-Heimsieg gegen Weinheim haben sich viele Balinger Zuschauer entschlossen, zum Derby nach Reutlingen Fahrgemeinschaften zu bilden. Weil auch die Mannschaft privat anreist, empfiehlt der Verein, dass sich die Schlachtenbummler am Freitag um 17.30 Uhr auf dem Au-Stadion-Parkplatz treffen und von dort gemeinsam in die Achalmstadt aufbrechen. Das Spiel wird um 19.30 Uhr im Kreuzeichestadion angepfiffen. Möglicherweise gibt es einen separaten Gäste-Fanblock – das möchte der SSV allerdings erst noch intern abklären.

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