Max bringt den Sommer

Albstädter Jazznacht gewinnt weiter an unverwechselbarem Profil

Albstadt-Ebingen, 13.09.2010 von Holger Much

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Die dritte Albstädter Jazznacht war ein Erfolg. Sogar der Sommer hielt noch einmal Einzug. Das durchaus mutig-unkonventionelle Programm zog mindestens so viele Besucher wie im Jahr zuvor. Und Max Herre sorgte für viele junge Festivalbesucher. Gut so!

Es war das unkonventionellste Programm bei einer Albstädter Jazznacht – erneut präsentiert vom ZAK – und das Publikum honorierte die junge Mischung: Rund 850 Besucher füllten den Hof in Ebingen, lauschten, schlemmten bei den Hofgastronomen Valentino und Carlos, feierten, tanzten bis in die Nacht und machten Entdeckungen:

Beispielsweise dass kiloschwere Blasinstrumente mit Fug und Recht als „Heavy Metal“ bezeichnet werden können und dann teilweise auch so klingen. Die „Blassportgruppe Südwest“ stieg gleich schräg, bunt und mit Volldampf in den Abend ein, vermischte Cocktail-Longe-Jazz mit Swing und Pop-Anleihen, würzte mit Michael Jackson, der Münchner Freiheit und Matthias Reim und brillierte mit fingerfertigen Soloeinlagen. Danach lieferte die diesjährige, erneut hochkarätige Besetzung von „Südlich von Stuttgart“ einen samtenen, entspannten Auftritt ab. Gehüllt in das blaue Licht des milden Spätsommerabends wechselten be-swing-te Improvisationen mit sanften Balladen, denen die Stimme von Annette Kienzle den sanften Schmelz zum Träumen verlieh. Sogar ein Stück von Stimmvirtuose Al Jarreau meisterte die blonde Sängerin perfekt. Auf der „Route 66“, der Zugabe der Band um Christian Baumgärtner und Ralf Gugel, ging es dann zum Headliner des Abends über, Max Herre mit Band. Der ehemalige „Freundeskreis“ - Sänger und Deutsch-HipHopper präsentierte sich als charismatischer, gereifter Musiker, der mehr von einem jugendlichen Bob Dylan denn einem Rapper an sich hatte und seine lebensvollen Geschichten in zeitlose, schlichte Soul- und Rockgewänder kleidet, deren Stoff von seiner Band so nahtlos, so schillernd gewoben wurde, dass der Funke der Begeisterung vom ersten Ton an übersprang.

Die jüngeren Fans unter 30 tanzten und sangen begeistert mit, vor allem Hits wie „A-N-N-A“, die Älteren honorierten das in die 70er und 60er hineinreichende Handwerk. Erneut schaffte es die Jazznacht, sich nicht zu wiederholen und weiter an Profil zu gewinnen.

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